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Milchmarkt: Überangebot? Newsletter vom 12 Jan 26

Dairy Market Analysis from 12-1-26; Milchmarkt Marktanalyse vom 12-1-2625
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Dairy Market Analysis from 12-1-26; Milchmarkt Marktanalyse vom 12-1-26

Rückblick und Analyse

Als Erstes wünschen wir allen ein erfüllendes neues Jahr.

Die Zahlen für KW 52 zeigen positive Veränderungen, sind jedoch vor allem durch eingeschränkte Verarbeitungskapazitäten über die Feiertage bedingt. Milch wurde teilweise zu 0,01/kg gehandelt. Viele Marktteilnehmer starteten erst am 07.01., entsprechend bleibt die Dynamik bislang verhalten.

Im Norden Europas liegen die Milchpreise ab Hof deutlich unter 0,40. Der Kieler Rohstoffwert fiel im Dezember auf 0,305/l mittelfristig müssen Molkereien ihre Auszahlungspreise daran anpassen, um keine strukturelle Quersubventionierung zu betreiben.

Die USA haben ihre Produktion ausgeweitet und dürften 2026 preisbestimmend bleiben. Anders als 2025 ist nicht mit einer erneuten starken USD-Abwertung zu rechnen.

Die Messe in Bologna nächste Woche wird erste direkte Marktstimmung liefern.

Milchaufkommen

  • Deutschland: KW 52 +6,8 %, KW 50 +7,7 % vs. Vorjahr
  • Frankreich: KW 52 +5,7 %, KW 51 +7,0 % vs. Vorjahr
  • USA: Nov. 2025 +4,5 % vs. Vorjahr; Jan–Nov +2,6 %

Milchverwertung

  • Deutschland/EU: Über die Feiertage wurden umfangreiche Mengen Magermilch zu SMP getrocknet; die Schnittkäseproduktion lief weiter.
  • USA: Mehr Milch floss vor allem in Butter und Käse (Jan–Nov 2025: Butter +6,2 %, Käse +2,5 %; Cheddar stärker als Mozzarella). SMP −5,5 %, MPC −9,9 %; bei Molke Verschiebung Richtung WPI +11,4 %.

Lagersituation

Schnittkäse (D): Bestände in Reifelagern sind wegen fehlender Logistiktage leicht gestiegen, bleiben aber niedrig; kein Verkaufsdruck.

Nachfrage (D)

  • Frischprodukte: Es wird von einem guten Weihnachtsgeschäft berichtet.
  • Butter: Abgepackte Butter über den Jahreswechsel weiterhin gut nachgefragt.
  • Käse: Weiterhin gute Nachfrage nach Schnittkäse, inklusive Exportmöglichkeiten.
  • Pulver/Molke: SMP-Markt feiertagsbedingt ruhig; zuvor Kaufinteresse. WMP eher ruhig. Molkenpulver stabil, Molkenproteinkonzentrate knapp.

GDT Event 395

GDT +6,3% erste Erholung nach neun negativen Auktionen, getrieben durch deutlich tieferes NZAngebot (19%). Der Terminmarkt reagierte jedoch zurückhaltend, da Zweifel an der Nachhaltigkeit bestehen. Bleibt das Angebot in den nächsten Auktionen knapp und halten EU/USSpotpreise, könnte sich Q1/Q2 früher stabilisieren; andernfalls droht erneut Abwärtsdruck.

Schweiz

Auch in der Schweiz waren die Verarbeitungskapazitäten knapp. Kurz vor Weihnachten wurde beschlossen, den A-Milchpreis von 82 auf 78 Rp. zu senken. Falls das Milchaufkommen nicht rasch zurückgeht, kann der effektiv ausbezahlte Milchpreis bis zu 30 Rp. unter dem A-Preis liegen.

Überangebot

Die 2te Hälfte 2025 war von zu viel Milch geprägt und auch 2026 scheint immer noch genug Milch vorhanden zu sein.

Prognose

Prognosen sind aktuell noch unsicher. Sinnvoll ist, die nächsten zwei GDT-Auktionen abzuwarten, 03. Februar, um besser einschätzen zu können, wohin die Reise geht.

Q1 / 2026 (Tendenzen)

  • Gouda (Schnittkäse): eher seitwärts mit Abwärtsrisiko.
  • Mozzarella (Blockware): tendenziell schwächer.
  • Cagliata: Produzenten mit Cagliata stehen gegenüber fertigem Mozzarella im Nachteil; Überhänge wahrscheinlich.
  • SMP (Magermilchpulver): Potenzial für „Weihnachtsmilch-Rabatte“.
  • Butter: klarer Preisdruck, Lager voll.
  • Molkenproteine (v. a. WPC80): nach wie vor hoch bewertet, saisonal im Januar eher nach unten.
  • WMP (Vollmilchpulver): schwach, eng an Milchfett gekoppelt.

Q2 / 2026 – vorläufige Einschätzung

Für Q2 ist die Sicht noch zu unsicher, um aggressiv vorab abzusichern,

solange die Milchmengen hoch bleiben, die Börsenmilchwerte klar unter den Auszahlungspreisen liegen und beim Fett keine echte Entspannung sichtbar ist.

Bis mindestens 15.01. keine grösseren Q2-Mengen binden. Danach je nach Produkt maximal 20–30 % des Q2-Bedarfs in ersten Tranchen einkaufen, den Rest flexibel halten.

Empfehlung für 2026 (Nachhaltige Strukturen, kein kurzfristiger Handel.)

In 12–18 Monaten könnte sich die Milchverfügbarkeit erneut verknappen, dann werden stabile und belastbare Lieferanten zum Wettbewerbsvorteil. Wir empfehlen daher eine frühzeitige Überprüfung des Lieferantenportfolios sowie die Definition strategischer Partner, um bestehende Lücken zu schliessen.

Dabei können wir Hersteller und Verarbeiter begleiten:

  • Für Hersteller: Verlässliche Kunden, Exportservice, Transparenz, Inkasso & Rezepturen
  • Für Verarbeiter: Verlässliche Lieferketten, Marktinfos, Anwendung/Qualität sowie Investitions- und Verkaufssupport.

Wir sind für Sie vor Ort – unsere Messepräsenz 2026

  • Marca, Bologna – 14.–15. Januar 2026
  • Tutto Food Milano – 11.–14. Mai 2026
  • Salon du Fromage, Paris – 7.–9. Juni 2026
  • Sommer Fancy Food 28. – 30. Juni 2026
  • Sial, Paris – 17. - 21.– Oktober 2026
  • World Cheese Award, Cordoba 12. November 2026

Gönnen Sie sich einen echten Schweizer Blumenwiesenkäse aus Rohmilch, nicht nur ein Genuss, sondern auch ein kleines Stück Lebensfreude für die Seele.

Herzliche Grüsse, Affineur Walo

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