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Milchmarkt: Spotmilch steigt Newsletter vom 1-6-2026

Dairy Newsletter 1-6-26, Milchmarkt Neuigkeiten 1-6-26, Analysen, Prognosen, Handlungsempfehlungen

Wert wächst nicht im Verwalten, sondern im besseren Käse. (Antoine der Käsekünstler; Gruyères, um 1680)

Salon du Fromage, Paris (7.-9. Juni): Erleben Sie die Premiere der Schweizer Käse-Markenfamilie Alpelle - vier Charaktere, eine Legende. Dazu Antoine Alpages und ausgewählte Blumenwiesenkäse. Kostenlose Fachbesucher-Eintritte auf Anfrage.

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Dairy Newsletter 1-6-26, Milchmarkt Neuigkeiten 1-6-26, Analysen, Prognosen, Handlungsempfehlungen

 

Rückblick & Ausblick

Ende Mai sendet der Markt gemischte Signale. Der Spotmilchmarkt steigt weiter; Branchenkenner erwarten in 3–4 Wochen das Niveau der Vertragsmilch. Hohe Temperaturen stützen Frischprodukte, dämpfen Milchanlieferung und Inhaltsstoffe.

Gleichzeitig drücken volle Butterlager und günstige Ware (v.a. Gouda aus Polen) auf den Markt.
Der Proteinmarkt (WPC80/WPI90) steigt weiter nahezu ungebremst.

Insgesamt ist der Käsemarkt ausgeglichen. Die Lager sind vielerorts niedrig, mit regionalen Ausnahmen; grössere Volumen kommen erst im Herbst auf den Markt.

Milchanlieferung (KW 20)

  • Deutschland: +0,3 % VJW, +5,9 % zum Vorjahr 
  • Frankreich: –0,6 % VJW, – 0.7 % zum Vorjahr

EU‑weit Peak erreicht

Milchanlieferung April 26

  • Niederlande: −3,8% YoY, Jan-Apr: +5,3% YoY
  • Polen: +3,3% YoY, Jan-Apr: +3,3% YoY
  • Österreich: +7,2% YoY, Jan-April +8,1% YoY
  • USA: +2,7% YoY; Jan-Apr: +3,0% YoY; Kuhbestand +2,0% YoY - neuer Höchstwert)
  • Neuseeland: +6,0% YoY Jan Apr. 5.6 (deutlicher Anstieg)
  • Australien: +4,1% YoY; Jan-Apr: +2,2% YoY
  • Argentinien: +0,5% YoY (Zuwachs stark verringert vs. Q1 +9,4%; Jan-Apr: +7,1% YoY)

Milchanlieferung März 2026

  • EU-27: +4,4% YoY (leichte Abschwächung vs. Februar +4,8%)

Exporte EU-27 Q1 2026

  • Käse: 336.245 t, +0,9 %.
  • Magermilchpulver: 197.134 t, +5,6 %.
  • Butter inkl. Butteröl: 74.825 t, +29,0 %.
  • Milch und Sahne: 265.346 t, +10,0 %.
  • Molkenpulver: 169.318 t, -5,7 %.
  • Kondensmilch: 85.265 t, -19,3 %.

Käse

  • Blumenwiesenkäse (Rohmilch / Premium): Preise stabil.
  • Pasteurisierte Standardkäse:
  • Käsemarkt KW 22 uneinheitlich: Gouda gab leicht nach auf €3.455 (-0,3%). Duck durch Polen. Mozzarella + 0,4% auf €3.545 stieg und im Monatsvergleich +8,0%. Cheddar Curd +1,0% auf €3.430, Emmentaler sank wöchentlich auf €3.875 trotz Monatsplus von 2,2%.
  • Volumenkäse / Dekanter: bleibt unter Druck, insbesondere durch Angebote aus der Schweiz.
  • Hi-Lo-Käse (High Protein / Low Fat) Hi-Lo-Segment wächst. Preise mehrheitlich bis Ende Juni fixiert. Für Juli sind Preiserhöhungen zu erwarten.

Milchpulver:

  • SMP und FFMP- Milchpulvermarkt KW 22 schwächer: SMP Food fiel um 3,1% auf €2.840, WMP gab um 1,2% auf €3.270 nach. Einzig SWP Feed legte zu (+1,6% auf €1.620), während SWP Food um 3,1% auf €1.740 sank. US-SMP liegt über EU-Niveau und stärkt damit die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Exporte.
  • WPC80 und WPI90 erreicht mit €26'450/t neuen Rekord.Vor einem Jahr noch €12'000/t, getrieben durch GLP-1-Medikamente und neue Konsumgewohnheiten. Nachfrage übersteigt die Produktionskapazität, MPC85 zog parallel von €8'500 auf €11'000/t. Korrektur möglich, aber Markt insgesamt strukturell fest

Flüssig-Märkte:

Markt leicht fester; Spotmilch +€1,50 auf €21. Verarbeitung voll ausgelastet, Markt bewegt sich Richtung Balance. Magermilchkonzentrat legte um €50 auf €1.775 pro Tonne zu. Molkenkonzentrat blieb stabil bei €1.085 pro Tonne, mögliche Streiks bei FrieslandCampina zeigen bisher keinen Einfluss auf den Spotmarkt.

Milchfett:

Milchfettmarkt KW 22 ruhig: Rahm zog um €150 auf €4.335 pro Tonne an, Butter gab leicht um €15 auf €3.955 pro Tonne nach. AMF stieg um €75 auf €4.875 pro Tonne, Butterlager bleiben reichlich gefüllt und stützen die Seitwärtsbewegung.

CH-Strukturwandel: Wer Wertschöpfung will, muss sie ermöglichen, nicht verwalten.

Milchproduktion März 26 317'249, +5.2%; Jan-März 891'976, +6.1%

Käseproduktion 2026

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  • Hi-Lo: exportgetrieben, kein Lageraufbau. Export wächst stärker als Produktion. Lager wird abgebaut.
  • Sortenkäse AOP: Lageraufbau. (Emmentaler unter Druck)
  • Sortenfreie inkl. Raclette:  Lageraufbau. (Produktion wächst stärker als Export)

Der Shift von Pulver zu Industriekäse ist die direkte Folge einer geschwächten Pulverindustrie mit Cremo und Hochdorf. Das ist eine Chance: Die Käsereien sind wieder ausgelastet und können investieren.

Jetzt braucht es den nächsten Schritt, weg vom Industriekäse, hin zum Konsumentenkäse. Es braucht politische Leitplanken, die Wertschöpfung belohnen, statt Mittelmaß zu verwalten.

  • Image stärken über Blumenwiesenkäse mit natürlicher Rohmilch Siloverzichtszulage erhöhen
  • Konsumentenkäse gezielt fördern Verkäsungszulage erhöhen
  • Staatliche Verkaufsförderung zurückfahren sie konserviert bestehende Strukturen, statt Innovation und Profilierung zu fördern

Empfehlungen:

Geopolitische Volatilität: Keine pauschale Absicherung – selektiv nach Segment vorgehen.

Preise sind erhöht, grössere Korrekturen derzeit nicht erwartet.

Im Proteinsegment bleibt eine Korrektur möglich.

Q2 2026 sollte gedeckt sein.

  • Blumenwiesen-Käse: Stabil
  • Gouda / Schnittkäse: stabil–steigend
  • Mozzarella: steigend
  • Cagliata: steigend
  • Hi-Lo Käse: stabil
  • SMP: Unsicherheit bremst kurzfristig — strukturell eher fester
  • Butter: volatil, eher schwach (Lager)
  • Molkenproteine: seitwärts (WPC80/WPI sehr gefragt)
  • WMP: stabil–steigend, September Schwäche möglich

Q3 2026 – saisonal ruhig

  • Blumenwiesen-Käse: Auf Herbst steigend
  • Gouda / Schnittkäse: stabil, September Schwäche möglich
  • Mozzarella: stabil, September Schwäche möglich
  • Cagliata: steigend, September Schwäche möglich
  • Hi-Lo: steigend
  • SMP: leicht fester, September Schwäche möglich
  • Butter: volatil, eher schwach
  • Molkenproteine: seitwärts, Herbst/Weihnachten fester möglich
  • WMP: stabil, September Schwäche möglich

Q4 2026: Prognose aktuell sehr unsicher.

Preistreiber

  • Saison Blumenwiesenkäse
  • Stabile Nachfrage
  • Niedrige Lager
  • Starke Nachfrage nach Molkenproteinen

Risiken

  • Hoher Kuhbestand Neuseeland
  • USD-Schwäche möglich
  • EU-Milchkurve ähnlich 2025
  • Saisonale Schwäche ab Oktober
  • Geopolitisches Risiko Straße von Hormuz Öl-/Gas-Preise Energie-intensive Milchverarbeitung (Pulver, Whey-Veredelung) wird teurer
  • Strukturwandel Große Molkereien mit Mikrofiltration haben Vorteil bei Molken -Veredelung kleine Käsereien unter Druck

Strategischer Ausblick – Strategie schlägt Opportunismus

Die Milchmengen in Europa dürften 2026 nur noch moderat wachsen; eine Trendumkehr 2027 ist nicht auszuschliessen. Wer heute opportunistisch agiert, riskiert morgen fehlende Lieferfähigkeit.

Eine stabile Lieferantenbasis ist keine Option, sondern strategische Notwendigkeit.

Strategie schlägt Opportunismus – wer heute die richtigen Partner bindet, ist 2027 lieferfähig, wenn andere suchen.

Wir sind für Sie vor Ort – unsere Messepräsenz 2026

  • Salon du Fromage, Paris – 7.–9. Juni 2026
  • Sommer Fancy Food 28. – 30. Juni 2026
  • Sial, Paris – 17. - 21.– Oktober 2026
  • World Cheese Award, Cordoba 12. November 2026
  • Marca Bologna: 13 - 14 Januar 2027
  • Cibus, Parma 4. – 6. Mai 2027

Gönnen Sie sich einen echten Schweizer Blumenwiesenkäse aus Rohmilch, nicht nur ein Genuss, sondern auch ein kleines Stück Lebensfreude für die Seele.

Herzliche Grüsse, Affineur Walo

Diese Prognose beruht auf unserer Markterfahrung und stellt keine definitive Vorhersage dar. Für die Richtigkeit und zukünftige Abweichungen übernehmen wir keine Haftung.

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